Der Rechenweg
- Personalvollkosten je Person und Jahr: Bruttoentgelt, Dienstgeberabgaben (Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung, DB, DZ, Kommunalsteuer), Sonderzahlungen (Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration bzw. 13. und 14. Gehalt), Abfertigungsvorsorge (BV-Kasse) sowie betriebliche Altersvorsorge.
- Produktive Stunden je Jahr: Jahresarbeitsstunden abzüglich Urlaub (nach UrlG), Feiertagen, erwartetem Krankenstand, Fortbildung und interner Tätigkeiten.
- Personalkostensatz = Vollkosten ÷ produktive Stunden.
- Gemeinkostenzuschlag für Miete, IT, Verwaltung, Vertrieb.
- Gewinnaufschlag und Risikopuffer.
Der häufigste Fehler
Die Division durch die vertraglichen statt durch die produktiven Stunden. Wer 1.700 Jahresstunden ansetzt, obwohl real nur 1.300 fakturierbar sind, unterschätzt seinen Kostensatz um rund 30 Prozent — und arbeitet unbemerkt mit negativem Deckungsbeitrag.
Differenzierung
Ein einheitlicher Satz für alle Rollen ist einfach, aber ungenau. Sinnvoll ist eine Staffelung nach Qualifikations- und Verwendungsgruppen (angelehnt an die kollektivvertraglichen Stufen), ergänzt um abweichende Sätze für Reisezeiten, Rufbereitschaft und Arbeit außerhalb der Normalarbeitszeit (inklusive Überstundenzuschläge).
Überprüfung
Der kalkulierte Satz ist eine Annahme. Erst die Nachkalkulation zeigt, ob die unterstellte Auslastung erreicht wurde. Eine jährliche Überprüfung — besser halbjährlich in wachsenden Teams — verhindert, dass Kostensteigerungen (etwa durch kollektivvertragliche Valorisierungen oder Biennalsprünge) unbemerkt zulasten der Marge gehen.
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